Arschkrampen ?!

 

Das Thema geht aktuell durch die Medien: Der FDP-Ortspolitiker Christoph Gaitzsch postet auf Facebook, dass die Arschkrampen ( Feuerwehr die Rede) in der Nacht kilometerweit mit Martinshorn fahren musste, nur damit auch alle geweckt werden. Zwar ist der Beitrag mittlerweile gelöscht, doch gibt es unzählige Screenshots davon.Ein weiterer Post von Herrn Christoph Gaitzsch ist ein Versuch, sich dafür zu entschuldigen- es blieb jedoch nur bei einem Versuch.

Zum Thema: Die Feuerwehren in Chemnitz wurden zu einem Großbrand gerufen; Nachts um 4 Uhr. Weiteres siehe hier: Beitrag Focus Online

Warum wir das ganze aufgreifen? Wir wollen niemanden an den Pranger stellen, wir wollen niemandem Schaden. Wir wollen nur Aufklären, denn die Botschaft die sich dahinter versteckt ist gefährlich. Gefährlich für unsere Arbeit und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Denn wenn sich schon ein Politiker über den „Lärm“ beschwert, macht es den Anschein, als wäre dieses in Ordnung. Daher möchten wir den Versuch der Entschuldigung aufgreifen und Punkte bennen, die hoffentlich Klarheit bringen.

Auszüge aus dem Text Christoph Gaitzsch / Facebook

Stichwort „Arschkrampen“.

Das war ganz und gar nicht nett von mir, das gebe ich zu.
 …
 Den Lärm machen die Feuerwehrleute also weil sie sich selbst nur auf diese Weise vor Schuldzuweisungen bzw. Schadensersatzforderungen schützen können.
Interessant, das wusste ich nicht. Ich bekam halt erstmal nur mit, dass mich ungefähr eine ganze Stunde, nachdem die Berufsfeuerwehr eingetroffen war, alle paar Minuten ein anderer Feuerwehrwagen wachhielt. …….

Ich bitte alle Feuerwehrmänner um Entschuldigung, erstens, weil ich ihre Motive falsch einschätzte, und zweitens, weil ich sie (oder einen Teil von ihnen, nämlich die sogenannten „Maschinisten“, wie ich seit einigen Stunden weiß) deshalb als Arschkrampen und ihr Lärmen als rücksichtslos bezeichnete. ……

Die FDP hat es sich auf die Fahne geschrieben, Bürokratie abbauen zu wollen. Vielleicht gelingt es uns ja, hier eine für alle Beteiligten gute Lösung zu finden. Das heißt, zu erreichen, dass Fahrzeugführer, die in eindeutigen Situationen die Sirene ausgeschaltet lassen, rechtlich sicher sein können, damit Unbeteiligte nicht unnütz geweckt werden müssen. Denn die sollen ausgeschlafen zu ihrer Arbeit erscheinen können, beispielsweise als Straßenbahnfahrer..

 

Wir sollen unsere Sirene auslassen, damit Unbeteiligte nicht unnütz geweckt werden ?! Denn die sollen ausgeschlafen zur Arbeit erscheinen können?! Diese letzten zwei Sätze erschüttern bis ins Mark. Wir erinnern an ein Zitat von Helmut Schmidt: „Ehrenamtliche Feuerwehrleute sind die zuverlässigsten und am vertrauenswürdigsten Diener am öffentlichen Wohl. Ich habe sie erlebt als echte Staatsdiener.“ 

 

Am 21. September 2015 haben wir auf unserer Facebook-Seite bereits dieses Thema angesprochen:

Gepostet· 21. September 2015 · Warum auch Nachts mit Sondersignalen ?!

Sicherlich haben sich einige schon mal die Frage gestellt „warum fahren die Nachts
nur mit Blaulicht und Martinshorn“ und vielleicht wurden Sie durch das Martinshorn
auch schon mal aus Ihrem Schlaf gerissen und haben sich geärgert.

Warum nun also das alles… ?!

Zum einen sind wir gesetzlich dazu verpflichtet, denn ohne Martinshorn und Blaulicht
dürfen wir keine Sonderrechte, nach § 35 Straßenverkehrsordnung, nutzen. Dass
bei einem Einsatz jedoch jede Sekunde zählt sollte jedem klar sein; eine verunfallte
Person möchte ungerne länger als nötig auf Hilfe warten und ein kleines Feuer
kann sich zu einem Großbrand entwickeln.

Unsere Gruppenführer (vorne rechts im Fahrzeug) sowie der Maschinist (Fahrer)
haben zusätzlich ein weiteres Risiko zu tragen; den Schutz der Mannschaft. Wer hilft,
wenn unser Fahrzeug auf der Einsatzfahrt selbst verunfallt?!

Auch wir lagen vor 5 Minuten noch schlafend in unseren Betten, auch wir müssen morgens
wieder früh hoch und zu arbeit fahren. Doch gelten ab der Alarmierung all unsere Gedanken
ausschließlich der bevorstehenden Einsatzsituation. An schlafen denkt von uns keiner; wir
wollen helfen!

Daher bitten wir um Verständnis. Wir bitten darum, nicht sauer zu sein; sich nicht über die
„Krachmacher“ auf zu regen. Drehen Sie sich wieder um, schlafen Sie einfach weiter. Denn
das können Sie beruhigt tun. Es gibt nämlich die „Krachmacher“ die sich zu jeder Zeit
auf dem schnellsten Wege zum Einsatzort machen um Menschen und Sachen zu schützen
und zu retten.


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